Zwischen Geschäften und Cafés liegen von Ebereschen und Liguster umsäumte kleine Parks. Massive Bänke unter Silberpappeln laden zum Verweilen ein. Selbst die Wände und Dächer der Häuser sind bepflanzt und liefern zusätzlich über PV— Anlagen die allseits notwendige Energie. Angenehme Kühle statt aufgeheizter Beton- und Glaswüste - unsere Städte in Zukunft? Immer mehr Städte setzen auf das SchwammstadtPrinzip. Doch was steckt hinter diesem Ansatz? Das Prinzip der Schwammstadt ist komplex und basiert auf der Idee, den natürlichen Wasserkreislauf in die Stadtplanung zu integrieren: Statt Regenwasser über die Kanäle abzuleiten, wird es vielerorts durch Versickerung gesammelt, zwischengespeichert und gibt es bei Hitze und Trockenheit wieder ab. Ziel ist, Flächen zu schaffen, die große Mengen Wasser aufnehmen können. Das reduziert Überschwemmungen, verbessert das Stadtklima und fördert die Vegetation. Wenn Alle von uns sich in Ihrer Umgebung umschauen, oben genanntes beherzigen und umsetzten, können wir alle zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen.
Das Schwammstadt-Prinzip in der Praxis:
Was macht das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen zu einer wassersensiblen (Schwamm) - Stadt erfolgreich?
• Stadtplanungsmaßnahmen sollten zukünftig Versickerung, Verdunstung und Begrünen mit berücksichtigen.
• Wasserdurchlässige Beläge statt versiegelter Flächen.
• Gebäudebegrünung sollte Teil der Städtearchitektur werden.
• Entsiegelung und Biodiversität herstellen.
• Regenwassernutzung (Grauwasser) sollte für geeignete Bereiche genutzt werden.
• Durch intelligente Nutzung alternativer Energiequellen Abstrahlwärme reduzieren
1. Analyse und Planung**
- Durchführung einer umfassenden Klimarisiko- und Wasserbedarfsanalyse für die Stadt.
- Identifikation von Flächen mit hohem Überflutungs- oder Trockenheitsrisiko und Erstellung eines Schwammstadt-Masterplans.
2. Förderung wasserdurchlässiger Flächen
- Umwandlung versiegelter Flächen (z. B. Parkplätze oder Gehwege) in wasserdurchlässige Materialien, um Regenwasser schneller in den Boden zu leiten.
- Vorschrift für Neubauten, wasserdurchlässige Pflaster oder Beläge zu verwenden.
3. Gründächer und Fassadenbegrünung
- Förderung und Subventionierung von Gründächern und Fassadenbegrünung bei öffentlichen und privaten Gebäuden.
- Gründächer speichern Wasser, kühlen die Stadt und entlasten das Abwassersystem.
4. Bau von Regenwasserspeichern
- Installation von Regenwasserzisternen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Sporthallen und Rathäusern.
- Förderung der Regenwassernutzung in Privathaushalten durch finanzielle Anreize.
5. Schaffung neuer Grünflächen
- Ausbau von Parks, Grünstreifen und begrünten Innenhöfen, die als natürliche Schwämme fungieren.
- Renaturierung von Bächen und Flüssen wie der Neumagen, um das Hochwasserrisiko zu mindern.
6. Nutzung von Retentionsflächen
- Bau von Retentionsbecken und temporären Überschwemmungsgebieten, um Starkregenereignisse abzufangen.
- Integration dieser Flächen in bestehende Stadtgebiete, z. B. durch Multifunktionsflächen, die als Parks und Wasserreservoirs dienen.
7. Regenwasser-Management im Straßenbau
- Einführung von Regenrückhaltebecken entlang von Straßen und Wegen.
- Schaffung von Straßengräben und bepflanzten Mulden, die Wasser speichern und filtern.
8. Förderung von Bäumen
- Pflanzung von Stadtbäumen mit tiefer Wurzelbildung, die große Mengen Wasser speichern können.
- Schutz bestehender Bäume und Schaffung von Baumschutzmaßnahmen während Bauarbeiten.
9. Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung
- Organisation von Informationsveranstaltungen und Workshops für Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile und Möglichkeiten der Schwammstadt.
- Einbindung der Bevölkerung in Pflanzaktionen und Maßnahmenplanung.
10. Monitoring und Anpassung
- Einrichtung eines Monitoring-Systems, um den Wasserhaushalt der Stadt regelmäßig zu überwachen.
- Fortlaufende Anpassung und Optimierung der Maßnahmen basierend auf neuen Erkenntnissen und Klimaprognosen.
**Zusätzlich** könnte die Stadt durch die Zusammenarbeit mit Experten, Universitäten und Unternehmen nachhaltige Technologien wie Sensorik zur Überwachung des Wasserhaushalts oder innovative Materiallösungen einführen. Dies würde die Stadt zu einem Vorreiter im Klimaschutz und in der Anpassung an den Klimawandel machen.